Es ist der häufigste Reklamationsgrund im DTF-Druck, und fast immer liegt die Ursache nicht in der Produktion, sondern in der Datei. Wer versteht, warum das passiert, vermeidet es künftig in zwei Minuten Vorarbeit.
Was beim DTF-Druck technisch passiert
Ein DTF-Transfer besteht aus zwei Schichten. Zuoberst liegt das farbige Motiv, darunter eine weisse Deckschicht. Diese Weissschicht ist der Grund, warum DTF auch auf schwarzen Textilien funktioniert — ohne sie würden die Farben im Stoff versinken.
Der Drucker entscheidet anhand des Transparenzkanals deiner Datei, wo diese Weissschicht gedruckt wird. Ist ein Pixel voll deckend, kommt volles Weiss darunter. Ist er zu 40 % transparent, kommt nur 60 % Weiss.
Warum das an den Rändern zum Problem wird
Wenn du ein Logo mit weicher Kante freistellst, entsteht am Rand ein Verlauf von voll deckend nach vollständig transparent — je nach Weichzeichnung über zehn, zwanzig oder mehr Pixel. Genau dort wird die Weissschicht dünn und löchrig.
Beim Verpressen hat der Kleber in diesem Bereich kaum Substanz, an der er haften kann. Der Rand liegt nur lose auf dem Gewebe. Nach der ersten Wäsche löst er sich, nach der dritten franst das Motiv sichtbar aus.
Das Tückische daran: Auf dem Bildschirm sieht die weiche Kante besser aus als die harte. Im Druck ist es umgekehrt.
Woran du es vorher erkennst
Öffne deine Datei und blende den Hintergrund aus. Zoome auf 400 % an einen Rand. Siehst du einen weichen Übergang über mehrere Pixel, wird dieser Bereich Probleme machen. Eine saubere Freistellung hat einen Übergang von höchstens einem bis zwei Pixeln.
Wenn du bei uns bestellst, misst unsere Dateiprüfung diesen Anteil automatisch und meldet dir den Prozentsatz.
So machst du es richtig
In Photoshop
Statt mit dem Zauberstab und weicher Auswahlkante freizustellen, arbeite mit dem Pfadwerkzeug. Pfad zeichnen, in Auswahl umwandeln mit 0 Pixel weicher Kante, Maske anlegen. Bei bereits weichen Masken hilft Ebene → Maske → Kante verbessern mit hartem Regler.
In Illustrator und Affinity Designer
Dort entsteht das Problem seltener, weil Vektorpfade harte Kanten haben. Aufpassen musst du bei Schlagschatten, weichen Kanten als Effekt und bei Deckkraft unter 100 %. Alle drei erzeugen beim Export Transparenzverläufe.
Was mit Schatten?
Ein Schlagschatten funktioniert im DTF-Druck nicht als weicher Verlauf. Wenn du einen Schatten willst, gestalte ihn als deckende Fläche in einem dunkleren Farbton. Das wirkt grafischer, hält aber.
Die Ausnahme
Ein Verlauf mitten im Motiv, der von einer Farbe in eine andere übergeht, ist unproblematisch — dort bleibt die Deckkraft bei 100 %, nur die Farbe ändert sich. Kritisch ist nur Transparenz, also der Übergang ins Nichts.
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